Das ist die Frage, bei der ich aufgehört habe zu schätzen und angefangen habe nachzuschlagen. Weil "deutlich besser" keine Antwort ist, die irgendjemanden überzeugt. Zahlen tun das manchmal.
Was sagt die Forschung zur CO2-Ersparnis?
Die bislang umfangreichste Studie zu diesem Thema stammt von Joseph Poore und Thomas Nemecek, 2018 in Science veröffentlicht. Sie haben Daten von 38.700 Betrieben in 119 Ländern ausgewertet. Das Ergebnis: Ernährung ist für etwa 26 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Davon stammt der Großteil aus tierischer Landwirtschaft, obwohl tierische Produkte nur 18 Prozent der weltweit konsumierten Kalorien liefern.
Wer sich vegan ernährt, reduziert den ernährungsbedingten CO2-Abdruck im Schnitt um etwa 50 bis 73 Prozent gegenüber einer durchschnittlichen fleischhaltigen Ernährung. Das ist einer der größten Einzelhebel, den eine Privatperson im Alltag hat. Größer als der Verzicht auf ein Auto, größer als weniger zu fliegen.
Welche Lebensmittel verursachen wie viel CO2?
| Lebensmittel | CO2-Äquivalent pro kg |
|---|---|
| Rindfleisch | ca. 60 kg CO2e |
| Käse | ca. 21 kg CO2e |
| Schweinefleisch | ca. 7 kg CO2e |
| Hühnchen | ca. 6 kg CO2e |
| Tofu | ca. 3 kg CO2e |
| Haferflocken | ca. 1,4 kg CO2e |
| Linsen | ca. 0,9 kg CO2e |
Quelle: Poore und Nemecek (2018), Science; Our World in Data
Die Tabelle zeigt auch, warum Vegetarier klimatisch nur einen Teil des Weges gehen: Käse liegt näher am Rindfleisch als an den Linsen. Wie groß die Unterschiede selbst bei Milchalternativen sind, zeigt der Pflanzenmilch-Vergleich.
Der Grund für die großen Abstände ist keine Ideologie, sondern Biologie: Ein Rind muss über Jahre gefüttert werden, verdaut unter Methanausstoß und braucht Weide- und Futterflächen, für die vielerorts Wald weicht. Eine Linse wächst einfach. Diese Umwege kosten Energie, Fläche und Emissionen, und genau die tauchen in der Bilanz wieder auf.
Wie viel CO2 sparst du im Alltag konkret?
Eine Person, die sich durchschnittlich fleischreich ernährt, verursacht durch Essen etwa 2,5 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr. Wer vegan isst, landet je nach Studie bei 0,7 bis 1,5 Tonnen. Das ist eine Einsparung von rund einer Tonne CO2 pro Jahr, vergleichbar mit etwa 6.000 gefahrenen Autokilometern.
Ich sage das nicht, um Fleischessern ein schlechtes Gewissen zu machen. Ich sage es, weil ich selbst eine Weile das Gefühl hatte, mit meiner Entscheidung irgendetwas Symbolisches zu tun, das keine reale Wirkung hat. Hat es aber. Zumindest diese.
Was löst vegane Ernährung nicht?
Der Klimawandel wird nicht durch individuelle Ernährungsentscheidungen gelöst. Das ist eine unbequeme Wahrheit, die ich trotzdem aussprechen will. Systemische Veränderungen in Landwirtschaftspolitik, Subventionen und Lebensmittelproduktion haben eine größere Hebelwirkung als die Summe aller individuellen Entscheidungen. Beides schließt sich nicht aus. Aber wer meint, er tue "genug für das Klima", weil er vegan ist, sitzt einem Trugschluss auf.
Was vegane Ernährung tut: einen messbaren, relevanten Beitrag leisten und gleichzeitig ein Signal setzen, das Märkte und Politik wahrnehmen. Das reicht mir als Motivation. Was Ernährung darüber hinaus mit Wasser, Fläche und Artenvielfalt zu tun hat, habe ich im Beitrag zu Umwelt und Klima ausführlicher aufgeschrieben.