Kaum eine Institution wird in Diskussionen über vegane Ernährung so oft zitiert wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, und kaum eine so oft falsch. Zeit für eine Einordnung, was aktuell wirklich gilt.

Was hat sich geändert?

Lange galt die DGE als klare Warnerin vor veganer Ernährung. Mit ihrer Neubewertung von 2024 hat sie diese pauschale Haltung aufgegeben. Die aktuelle Position: Eine gut geplante vegane Ernährung mit zuverlässiger B12-Supplementierung kann für gesunde Erwachsene eine gesundheitsförderliche Ernährungsform sein. Gleichzeitig betont die DGE die Risiken einer schlecht geplanten veganen Ernährung und spricht für sensible Gruppen, also Schwangere, Stillende, Säuglinge, Kinder und Jugendliche, weiterhin keine Empfehlung aus, weil die Datenlage dort dünner ist.

Was heißt das für dich?

Für gesunde Erwachsene ist die Sache damit ziemlich klar: Vegan geht, wenn man es ordentlich macht. „Ordentlich" heißt vor allem B12 supplementieren, abwechslungsreich essen und die kritischen Nährstoffe kennen. Wer für Kinder oder in der Schwangerschaft plant, sollte die differenzierte Position ernst nehmen und ärztliche Begleitung dazuholen; die Details habe ich in den Artikeln zu Kindern und Schwangerschaft aufgeschrieben. Mein Fazit: Die DGE ist weder Kronzeugin gegen vegane Ernährung noch dafür. Sie ist eine vorsichtige wissenschaftliche Institution, und genau so sollte man sie zitieren.