Gero Wenderholm · · Nährstoffe

Calcium ohne Milch — so viel steckt in Pflanzen

Calciumreiche pflanzliche Lebensmittel

Das Wichtigste in Kürze: Grünkohl, Tofu mit Calciumsulfat, Tahini und angereicherte Pflanzenmilch liefern Calcium in ausreichender Menge — zum Teil mit besserer Bioverfügbarkeit als Milch. Ohne ausreichend Vitamin D hilft trotzdem alles nichts.

Jahrelang hat uns die Milchwirtschaft erklärt, dass Calcium aus Milch kommt und Milch aus dem Kühlschrank und ohne beides werden unsere Knochen bröselig. Ich trinke seit Jahren keine Kuhmilch mehr. Meine Knochendichte ist laut Arztbericht: unauffällig.

Calcium steckt in vielen pflanzlichen Lebensmitteln — teilweise in beeindruckenden Mengen. Der Unterschied ist, dass wir es eben nicht gewohnt sind, daran zu denken.

Pflanzliche Calcium-Quellen, die wirklich liefern

  • Grünkohl (roh): ~150 mg pro 100 g — und die Bioverfügbarkeit ist sogar besser als bei Milch.
  • Brokkoli: ~47 mg pro 100 g — kein Spitzenreiter, aber zuverlässig.
  • Tofu (mit Calciumsulfat hergestellt): bis zu 350 mg pro 100 g — checkt einfach die Zutatenliste.
  • Sesam/Tahini: ~670 mg pro 100 g Sesam — ein Esslöffel Tahini im Dressing leistet erstaunlich viel.
  • Angereicherte Pflanzenmilch: 120 mg pro 100 ml — damit ist Calcium-Parität mit Kuhmilch hergestellt.
  • Weiße Bohnen, Kichererbsen: 100–130 mg pro 100 g (gekocht).

Warum Bioverfügbarkeit wichtiger ist als der reine Calciumgehalt

Spinat enthält zwar Calcium, aber auch Oxalsäure — die bindet Calcium und macht es schwer verfügbar. Grünkohl dagegen hat wenig Oxalsäure und hohe Bioverfügbarkeit. Das bedeutet: 100 g Grünkohl liefern dem Körper mehr nutzbares Calcium als eine Portion Spinat mit höherem Gesamtgehalt.

Auch Vitamin D spielt eine Rolle: Ohne ausreichend Vitamin D kann der Körper Calcium kaum aufnehmen — egal aus welcher Quelle. Deshalb sind B12, Calcium und Vitamin D in gewissem Sinne ein Team.

💡 Praktischer Tipp: Angereicherte Hafermilch oder Mandelmilch im morgendlichen Kaffee und Haferflocken plus ein Esslöffel Tahini im Müsli: Das reicht zusammen bereits für einen erheblichen Teil des Tagesbedarfs.

Was ich nicht vermisse

Kuhmilch habe ich nach etwa zwei Wochen nicht mehr vermisst. Mein Bauch vermisst sie definitiv nicht — ich gehörte zu den vielen Menschen, die eine milde Laktoseintoleranz haben und es nicht wussten. Die Blähungen nach Milch dachte ich, seien einfach so. Sie waren es nicht.