Gero Wenderholm · · Kochen & Küche

Tofu richtig zubereiten — was ich ein Jahr lang falsch gemacht habe

Tofu zubereiten in der Küche

Das Wichtigste in Kürze: Wasser raus (pressen oder trocken anbraten), dann marinieren, dann bei hoher Hitze mit Stärke braten. Drei Schritte. Alle anderen Tofu-Probleme lösen sich damit von selbst.

Ich habe etwa ein Jahr gebraucht, um Tofu richtig zuzubereiten. Das liegt nicht daran, dass Tofu kompliziert ist — sondern daran, dass ich anfangs einfach das Falsche gemacht habe. Nasser Tofu in eine kalte Pfanne, kurz gebraten, rausgekommen ist etwas mit der Konsistenz eines nassen Schwamms. Nicht appetitlich.

Dabei ist die Lösung simpel, sobald man sie kennt.

Schritt 1: Wasser raus

Tofu besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Dieses Wasser muss raus, bevor Tofu in der Pfanne schön wird. Die einfachste Methode: Tofu aus der Packung nehmen, in ein sauberes Küchentuch wickeln, ein Schneidebrett oben drauf, ein paar Bücher oder eine Wasserflasche als Gewicht — und 20–30 Minuten warten. Wer öfter Tofu kocht, lohnt sich eine Tofupresse.

Schnellere Alternative: Tofu in Scheiben schneiden und in einer beschichteten Pfanne ohne Öl bei hoher Hitze kurz von beiden Seiten anbraten, bis er leicht goldbraun ist. Das verdampft das Wasser schnell und gibt gleichzeitig Röstaromen.

Schritt 2: Marinieren

Natur-Tofu schmeckt nach wenig — was keine Schwäche ist, sondern eine Eigenschaft. Er nimmt Aromen extrem gut an. Eine einfache Basismarinade: Sojasoße + Knoblauch + etwas Sesamöl + Ingwer. Mindestens 30 Minuten, besser über Nacht. Je trockener der Tofu davor war, desto mehr Marinade nimmt er auf.

Schritt 3: Die richtige Hitze

Tofu wird bei hoher Hitze gut. Mittlere Hitze produziert weiches, klebriges Tofu. Öl in die Pfanne, wirklich heiß werden lassen, dann Tofu rein — und nicht bewegen. Zwei bis drei Minuten, bis sich eine Kruste gebildet hat, dann erst wenden. Wer das Tofu bewegt bevor die Kruste da ist, reißt sie auf.

💡 Praktischer Tipp: Stärke als Geheimwaffe: Tofu vor dem Braten in einem Esslöffel Speisestärke wenden. Das gibt eine knusprige Außenschicht, die an Tofurestaurant-Qualität herankommt.

Die verschiedenen Tofusorten

  • Fester Tofu: Für Pfannengerichte, Braten, Backen. Der Allrounder.
  • Extra-fester Tofu: Noch weniger Wasser, noch besser für Röstaromen. Meine Wahl für die meisten Gerichte.
  • Seidentofu (Silken Tofu): Weich und cremig — nicht zum Braten, aber perfekt für Dressings, Saucen, vegane Cremes und Desserts.
  • Geräucherter Tofu: Schon gewürzt, muss nicht mariniert werden. Gut für schnelle Gerichte.