Das ist die Frage, auf die ich am liebsten antworte, weil sie keine schwierige ist, auch wenn sie sich manchmal so anfühlt. Vegan kochen ist nicht schwieriger als vorher kochen. Es ist nur anders. Und nach einer kurzen Eingewöhnungszeit meistens abwechslungsreicher.

Womit fängst du am besten an?

Nicht mit veganen Kochbüchern. Nicht mit Rezepten für veganen Käsekuchen oder Seitan-Braten. Sondern mit Gerichten, die du bereits kennst und die zufällig vegan sind oder es mit minimaler Anpassung werden. Pasta mit Tomatensoße und Basilikum. Gemüsecurry mit Kokosmilch. Linseneintopf. Gebratener Tofu mit Sojasauce und Sesam. Avocado-Toast. Hummus mit Fladenbrot. Das sind keine Kompromisse, das ist gutes Essen.

Bei mir kommt dazu, dass meine Frau und meine Kinder nicht vegan essen. Ich koche trotzdem meistens ein Gericht für alle, und genau die oben genannten funktionieren dafür am besten: Niemand am Tisch empfindet ein gutes Curry als Verzicht. Wenn du dich fragst, wie groß die Auswahl insgesamt ist: Die Übersicht was du als Veganer alles essen kannst beantwortet genau das, mit großer Lebensmittel-Liste.

Welche Vorräte machen alles einfacher?

Wer diese Zutaten dauerhaft vorrätig hat, kann immer kochen: rote und braune Linsen, Kichererbsen (Dose oder getrocknet), Dosentomaten, Kokosmilch, Hafermilch, Tahini, Sojasoße, gutes Olivenöl, Hefeflocken (für den Parmesan-Ersatz auf Pasta), Knoblauch, Ingwer, Kreuzkümmel, Kurkuma, Paprikapulver. Das klingt nach Einkauf, ist aber einmal angelegt für Wochen. Welche Pflanzenmilch wofür taugt, vom Kaffee bis zur Soße, steht im Pflanzenmilch-Vergleich.

Was koche ich selbst regelmäßig?

Rotes Linsen-Dal: Rote Linsen, Kokosmilch, Dosentomaten, Zwiebel, Knoblauch, Ingwer, Kurkuma, Kreuzkümmel. 25 Minuten. Eins der besten Gerichte, die ich kenne, und das günstigste.

Kichererbsen-Curry: Kichererbsen aus der Dose, Kokosmilch, Spinat, Tomate, Garam Masala. Fertig in 20 Minuten, reicht für zwei Tage.

Pasta e Fagioli: Weiße Bohnen, Dosentomaten, Pasta, Knoblauch, Rosmarin. Italienische Cucina povera: arm an Zutaten, reich an Geschmack.

Overnight Oats: Haferflocken, Hafermilch, Chiasamen, über Nacht in den Kühlschrank. Morgens mit Obst. Frühstück dauert null Minuten.

Gebratener Tofu: Gepresst, mariniert, knusprig gebraten. Falls Tofu bei dir bisher fad war, lag es fast sicher an der Zubereitung, nicht am Tofu. Die Technik dazu steht im Guide Tofu richtig zubereiten.

Wie funktioniert veganes Backen?

Veganes Backen hat einen Ruf, der schlechter ist als die Realität. Eier lassen sich in den meisten Rezepten ersetzen: durch Leinsamen-Ei (1 EL gemahlene Leinsamen plus 3 EL Wasser, 15 Minuten quellen), durch Apfelmus, durch überreife Banane oder durch Aquafaba (Kichererbsen-Dosenwasser, steif geschlagen). Butter ist ersetzbar durch Kokosöl oder gute vegane Margarine, Milch durch jede Pflanzenmilch. Manche Kuchen werden damit sogar besser: saftiger, weniger schwer. Die Details mit Mengenangaben findest du im Artikel vegan backen ohne Ei.

Brauchst du vegane Kochbücher?

Am Anfang eher nicht, später gern. Ein Buchtipp ohne Werbeabsicht: "Oh She Glows" von Angela Liddon ist auf Englisch, aber eines der besten veganen Kochbücher überhaupt. Für Einsteiger auf Deutsch mag ich "Vegan für Einsteiger" von Nicole Just. Wichtiger als jedes Buch ist aber die Erfahrung, dass die ersten fünf Gerichte funktionieren. Danach trägt dich die Neugier weiter.