Protein ist vom Fitnessstudio-Thema zum Massentrend geworden. Analysen der Online-Nachfrage, etwa der SectorWatch des SEO-Tool-Anbieters SISTRIX vom August 2026, zeigen: High-Protein-Produkte gehören zu den am stärksten wachsenden Ernährungssegmenten im deutschen E-Commerce. Shakes, Riegel, Puddings, sogar Brot und Eis bekommen inzwischen eine Protein-Variante.
Was bedeutet der Trend für Veganer?
Erst einmal etwas Erfreuliches: Viele der neuen Produkte setzen auf Erbsen-, Soja- oder Reisprotein, die Auswahl an veganen Optionen wächst mit. Wer nach dem Sport unkompliziert Protein nachlegen will, hat es heute deutlich leichter als vor fünf Jahren. Als Marathonläufer nutze ich das gelegentlich selbst.
Aber, und das ist mir wichtig: Der Trend erweckt den Eindruck, Proteinversorgung sei ein Produktproblem, das man kaufen muss. Ist es nicht. Der Proteinbedarf lässt sich vegan problemlos über Lebensmittel decken, mit Linsen, Kichererbsen, Tofu und Vollkorn, die nebenbei Ballaststoffe und Mineralstoffe liefern, die im Riegel fehlen. Die DGE empfiehlt für Erwachsene 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht, Sportler brauchen etwas mehr. Ein teures High-Protein-Eis braucht dafür niemand. Nett ist es trotzdem.