In meiner Küche steht genau eine Flasche Öl, die nie leer wird: Rapsöl. Seit ich vegan esse, ist es mein Standardöl, weil es die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA) liefert, die ich sonst nur aus Leinsamen, Chia oder Walnüssen bekomme. Ob ich damit auch beim Schadstoffthema richtig liege, hat Stiftung Warentest jetzt geprüft. Die Pressemitteilung erschien am 28. September 2026, der Test steht seit dem 29. September online und in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test.
Was hat Stiftung Warentest geprüft?
24 Rapsöle waren im Test: elf raffinierte, elf kaltgepresste und zwei mit Buttergeschmack. Die Preise reichen von 1,59 bis 11,04 Euro pro Liter. Die Prüfer haben Fettsäuremuster, Vitamin E, Erucasäure und Schadstoffe untersucht, die bei der Raffination entstehen können, außerdem Geschmack und Geruch.
Das Ergebnis fällt freundlich aus. Die Qualitätsurteile reichen von Gut bis Ausreichend, die meisten Öle überzeugen, zwei teilen sich den Testsieg. Alle 24 liefern laut Warentest reichlich Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E. Erucasäure, eine Fettsäure, die früher ein echtes Problem bei Raps war, liegt überall weit unter den gesetzlichen Grenzwerten. Die gefürchteten Raffinationsschadstoffe fanden die Prüfer in keinem Öl in nennenswerter Menge. 17 Produkte eignen sich sogar für Babybeikost. Welche Öle genau gewonnen haben, verrät Warentest nur gegen Gebühr, deshalb nenne ich hier keine Namen.
Raffiniert oder kaltgepresst?
Beides hat seinen Platz. Raffiniertes Rapsöl schmeckt neutral und verträgt Hitze, also Braten und Backen. Kaltgepresstes ist gold- bis bernsteinfarben, schmeckt saatig und nussig und gehört ins Dressing oder über den fertigen Teller. Ich habe beide Sorten im Schrank, das raffinierte für die Pfanne, das kaltgepresste für den Salat.
Was heißt das für dich?
Rapsöl ist für vegan Essende die unauffälligste Omega-3-Quelle überhaupt. Ein Esslöffel liefert rund 0,9 Gramm ALA, mehr dazu im Artikel über Omega-3 in der veganen Ernährung. Der Test zeigt: Dafür brauchst du kein teures Öl, auch das günstige aus dem Discounter liefert die Fettsäuren und ist sauber. Wer Sonnenblumenöl als Standard nutzt, gewinnt mit dem Wechsel zu Raps am meisten, weil weniger Omega-6 die Umwandlung von ALA weniger bremst.
Zwei Einschränkungen bleiben. Der Körper wandelt ALA nur zu einem kleinen Teil in EPA und DHA um, deshalb nehme ich zusätzlich Algenöl. Welche Supplemente wirklich nötig sind, habe ich separat aufgeschrieben. Und für Babys und Kleinkinder gilt: Rapsöl in den Brei ist eine gute Idee, mehr dazu im Artikel zur veganen Ernährung bei Kindern. Worauf du beim Einkauf sonst achten kannst, steht im veganen Einkaufsguide.