Wer heute studiert, kennt die Mensa als Ort mit ordentlich pflanzlicher Auswahl. Dass das eine ziemlich junge Entwicklung ist, zeigt jetzt eine Studie der Universität Konstanz und der HTW Berlin, erschienen Ende August 2026 im Fachjournal Communications Sustainability. Das Team um die Ernährungspsychologin Britta Renner hat rund 3,7 Millionen Gerichte aus 340 Hochschulmensen analysiert, über zehn Jahre hinweg.
Was genau hat die Studie herausgefunden?
Der Anteil veganer Hauptgerichte hat sich zwischen 2015 und 2024 fast vervierfacht: von 10,7 auf 39,7 Prozent. Fleischgerichte sanken von 39,9 auf 30,3 Prozent, vegetarische Gerichte mit Milch oder Ei gingen von 43,6 auf 25,4 Prozent zurück. Vegan hat also vor allem das klassische Vegetarische abgelöst, aber eben auch Fleisch verdrängt. Spannend finde ich ein Detail: Am Preisabstand zwischen den Gerichten lag es laut den Forschenden nicht, der blieb über die Jahre stabil. Die Autorinnen und Autoren schätzen die Klimawirkung auf 8000 bis 40.000 Kilogramm CO2-Äquivalente Einsparung pro Mensa und Jahr.
Was heißt das für dich?
Die Mensa ist ein guter Frühindikator dafür, wie sich Essgewohnheiten verschieben, denn hier isst eine junge Generation jeden Tag zu Mittag. Wenn vier von zehn Hauptgerichten vegan sind, ist pflanzlich essen keine Sonderbestellung mehr, sondern Normalität. Für alle, die neugierig sind, war der Einstieg jedenfalls nie leichter: einfach mal das vegane Gericht nehmen und schauen, wie es schmeckt. Ideen für zu Hause findest du unter Was koche ich vegan?, und warum das auch dem Klima hilft, steht im Artikel zu Umwelt und Klima. Eine Einschränkung gehört dazu: Die Studie misst das Angebot, nicht, was am Ende auf den Tabletts landet.