Wenn beim Abendessen mit Freunden rauskommt, dass ich vegan esse, laufen die Gespräche erstaunlich vorhersehbar ab. Es sind immer dieselben zehn, zwölf Fragen, und das ist völlig in Ordnung: Ich habe sie mir vor ein paar Jahren schließlich alle selbst gestellt.

Diese Seite ist meine gesammelte Antwort. Jede Frage bekommt hier die Kurzfassung, zwei bis vier Sätze, mehr nicht. Wer tiefer einsteigen will, folgt dem Link zum ausführlichen Artikel. Du kannst die Seite also als Einstieg lesen oder als Inhaltsverzeichnis benutzen.

Noch ein Hinweis vorab: Die Reihenfolge ist bewusst gewählt. Die ersten Fragen betreffen die Nährstoffe, denn dort liegen die einzigen echten Stolpersteine der veganen Ernährung. Danach wird es alltäglicher, vom Einkaufen bis zum Kochen. Wenn du nur eine einzige Antwort mitnimmst, dann bitte die zum Thema B12.

Was kann ich als Veganer überhaupt noch essen?

Mehr, als du vorher gegessen hast, so war es jedenfalls bei mir. Die Basis sind Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Getreide, Kartoffeln, Nüsse, Tofu und die gesamte Gewürzwelt, dazu die pflanzlichen Klassiker aus Küchen von Indien bis Mexiko. Eine ausführliche Antwort mit konkreten Ideen gibt es unter was kann ich noch essen.

Muss ich etwas supplementieren?

Ja, Vitamin B12, ohne Ausnahme. Vitamin D ist im mitteleuropäischen Winter für fast alle sinnvoll, Algenöl und Jod je nach Situation. Der Rest gehört auf den Teller, nicht in die Pillendose. B12 kostet wenige Cent am Tag und löst das einzige Problem der veganen Ernährung, das sich nicht über Lebensmittel lösen lässt. Die komplette Liste mit Dosierungen steht unter was muss ich supplementieren, die Details zum wichtigsten Supplement im B12-Artikel.

Woher bekomme ich mein Protein?

Aus Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Tofu, Tempeh, Seitan, Haferflocken und Nüssen. Wer genug isst und Hülsenfrüchte einbaut, deckt den Bedarf ohne Rechnerei, auch als Sportler. Mengen und Beispieltage findest du im Artikel Protein vegan abdecken.

Wie decke ich Eisen ohne Fleisch?

Mit Hülsenfrüchten, Haferflocken, Kürbiskernen und Sesam, kombiniert mit Vitamin C zur Mahlzeit, etwa Paprika oder einem Glas Orangensaft. Kaffee und Tee besser mit Abstand zur Mahlzeit trinken, beide hemmen die Aufnahme deutlich. Frauen sollten wegen des höheren Bedarfs zusätzlich den Ferritinwert im Blick behalten. Die Praxis dazu steht unter Eisen in pflanzlicher Ernährung.

Und Calcium ohne Milch?

Grünkohl, Brokkoli, Sesam, Mandeln, calciumreiches Mineralwasser und angereicherte Pflanzendrinks liefern zusammen gut abdeckbare Mengen. Wichtig ist, das Thema überhaupt auf dem Zettel zu haben. Alle Quellen mit Mengen findest du unter Calcium ohne Milch.

Brauche ich Omega-3-Fettsäuren?

Ja, und die veganen Antworten heißen Leinsamen, Walnüsse, Rapsöl und für die direkten EPA- und DHA-Fettsäuren Algenöl. Fisch bezieht seine Omega-3-Fettsäuren übrigens selbst aus Algen. Die Einzelheiten stehen im Artikel Omega-3 vegan.

Ist vegan automatisch gesund?

Nein. Chips und Cola sind auch vegan. Gesund wird die Ernährung durch das, was du isst, nicht durch das, was du weglässt. Was eine gute Zusammenstellung ausmacht und wo Mangel droht, liest du unter vegan gesund oder Mangel.

Warum spielt mein Bauch bei der Umstellung verrückt?

Weil dein Darm plötzlich viel mehr Ballaststoffe verarbeiten muss und dein Mikrobiom sich erst anpassen muss. Blähungen in den ersten Wochen sind normal und vergehen. Was dabei im Darm passiert, erkläre ich im Artikel über Darmgesundheit, die Kurzfassung zur Umstellung steht unter Körperreaktionen bei der Umstellung.

Ist vegane Ernährung teuer?

Nur, wenn du hauptsächlich Ersatzprodukte kaufst. Linsen, Reis, Haferflocken, saisonales Gemüse und TK-Ware gehören zu den günstigsten Lebensmitteln überhaupt. Meine komplette Spar-Strategie samt Vorratsliste steht im veganen Einkaufsguide.

Welcher Pflanzendrink ist der beste?

Kommt auf den Zweck an: Soja gewinnt bei Protein und Nährwert, Hafer bei Geschmack, Kaffee und Ökobilanz. Reis- und Mandeldrink sind eher Geschmackssache mit schwächerer Bilanz. Die große Vergleichstabelle findest du im Pflanzenmilch-Vergleich.

Woran erkenne ich, ob ein Produkt vegan ist?

Am V-Label oder der Veganblume, ersatzweise am "vegan"-Aufdruck plus einem kurzen Blick auf die fett gedruckten Allergene in der Zutatenliste. Spurenhinweise kannst du dabei ignorieren, sie betreffen nur Allergiker. Die Details zur Rechtslage stehen im Artikel über vegane Labels und Siegel.

Was koche ich in der ersten Woche?

Gerichte, die du schon kennst, in pflanzlich: Chili, Curry, Pasta mit Linsenbolognese, Ofengemüse, Porridge. Keine Experimente mit fünf neuen Zutaten gleichzeitig, das frustriert nur. Bei mir hat es geholfen, die ersten zwei Wochen mit einer Handvoll sicherer Gerichte zu bestreiten und erst danach Neues auszuprobieren. Konkrete Rezeptideen für den Start gibt es unter was kochen vegan.

Und wenn meine Frage hier nicht dabei ist?

Dann wirf einen Blick in den kompletten Fragen-Bereich, dort sammle ich alles von Reisefragen bis zu Diskussionen am Familientisch. Für hartnäckige Behauptungen aus deinem Umfeld gibt es außerdem den Mythen-Faktencheck. Und wenn du lieber strukturiert von vorn anfängst: Der Anfänger-Bereich führt dich der Reihe nach durch alle Grundlagen.